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JNG #273: Die fünf Säulen der Examensvorbereitung

Lesezeit: 3,5 Minuten 

Hallo und willkommen zur neuesten Ausgabe! Hast du dir schon Gedanken darüber gemacht, wie du dich bestmöglich auf die bislang wichtigste Prüfung deines Lebens vorbereitest? Falls du noch unsicher bist, wie du das sinnvoll anstellen sollst, habe ich fünf bewährte Tipps für dich zusammengestellt. Sie werden dir helfen, effizient und zielgerichtet zu lernen. Lass uns loslegen! 

1. Examenssituation realitätsnah abbilden

Wenn du mir schon eine Weile folgst, wird dich das null überraschen. Im Examen musst du Klausuren bearbeiten, also: Bearbeite Klausuren! Zwar wirst du nicht drumherum kommen, dir das nötige Basiswissen anzueignen, aber was eigentlich Basis- und was vertieftes Wissen ist, lernst du nicht dadurch, dass du Lehrbücher und Skripte wälzt. Ich würde dir sogar empfehlen, Lehrbücher und Skripte so lange zu meiden, bis du mit einer Falllösung allein nicht weiterkommst. Besorg dir stattdessen 100 (mehr geht immer!) Examensklausuren. Bei einer so großen Schlagzahl ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass große Teile des examensrelevanten Stoffs abgedeckt sind.

Orientiere dich von der Gewichtung an der Verteilung im Examen. Wenn du also – wie die meisten Bundesländer – dreimal Z, zweimal Ö und einmal S schreibst, sieh zu, dass du zur Hand hast:

  • ~50  Z-Klausuren 
  • ~33 Ö-Klausuren 
  • ~17 S-Klausuren

  • Klausur bearbeiten: Nimm dir für jeden Tag eine dieser Klausuren vor. 
  • Lücken schließen: Mithilfe der Falllösung solltest du noch vorhandene Lücken schließen können. 
  • Unverstandenes nachschlagen: Was du nicht verstehst, schlägst du nach. Hierzu eignen sich auch Aufsätze exzellent. 

Wichtig ist, dass du die Falllösungen nutzt, um deine Blindspots herauszuarbeiten!

👉 Take-away: Übe täglich mit echten Klausuren, um Lücken gezielt schließen zu können.

2. Gelerntes aktiv reproduzieren

Ein weiterer essenzieller Baustein ist die regelmäßige Wiederholung. Dabei ist weniger entscheidend, dass du dich jeden Tag durch deine 250 fälligen Karteikarten bei Anki ackerst. Entscheidend ist, dass du es zu deinem Default-Mode machst, Dinge, an die du dich erinnern willst, aktiv aus dem Gedächtnis zu reproduzieren. Ich trainiere das ständig im Alltag, indem ich Sachen nicht einfach nachsehe, sondern erst mal selber denke. Haha, er denkt noch selber. In diesen Zeiten nicht unbedingt ein Kompliment. 

Mir ist der Typ persönlich etwas zu anstrengend, aber Ali Abdaals Revision-Timetable ist einfach überragend. Viele Kandidat*innen von mir aus dem Einzeltraining haben damit gearbeitet. Wie wir letzte Woche und vor fünf Wochen gesehen haben, bedarf es eines detaillierten Lernplans nämlich gar nicht.

👉 Take-away: Trainiere das aktive Erinnern im Alltag, um dein Wissen nachhaltig zu festigen.

3. Lernmaterial individuell anfertigen

Anstatt einfach nur vorgefertigtes Lernmaterial bunt zu markieren, solltest du dir selbst Karteikarten oder Zusammenfassungen erstellen (mit denen du dich wiederum aktiv abfragen kannst). Hierbei gilt zu 100 %: Weniger ist mehr. Illustrativ einmal der Battle zwischen Alpmann und vom Feld:

Links: Grundlagenfälle Staatsrecht von Alpmann
Rechts: Zivilrecht von Michael

Ja, das war wirklich mein kompletter Zivilrechtsordner. Du musst den Stoff extrem priorisieren. Besser, du verinnerlichst nur einen kleinen Teil davon, statt dir haufenweise gefährliches Halbwissen anzueignen.

👉 Take-away: Erstelle eigenes, kompaktes Lernmaterial, um effektiver zu lernen und gefährliches Halbwissen zu vermeiden.

4. Zeit effizient einteilen

Unpopular Opinion: Plane lieber zu wenig als zu viel Zeit für die Examensvorbereitung ein, sowohl kurz- als auch langfristig. Drei bis vier effektive Lernstunden pro Tag, sechs bis neun Monate Vorbereitungszeit. 60–90 Minuten Pause pro Tag, zwei bis drei Wochen Urlaub respektive freie Zeit. 

Begreif dich als Leistungssportler*in. Muskeln wachsen in der Ruhephase. Wenn du dich auf einen wichtigen Wettkampf vorbereitest, würdest du dir die Zeit für Regeneration auch nicht versagen. Mit Examensvorbereitung ist es nicht anders.

👉 Take-away: Plane deine Lernzeit realistisch, mit ausreichend Pausen für Regeneration, um langfristig effektiv zu sein.

5. Wissen praxisorientiert aneignen

Der letzte, für dich persönlich vielleicht aber wichtigste Tipp lautet: Lerne praxisorientiert, nicht bloß auswendig. Natürlich musst du das examensrelevante Basiswissen auswendig können. Aber es auswendig zu können, ohne es anwenden zu können, nützt dir nichts. Im Examen wirst du schließlich nicht deine Karteikarten abgefragt, sondern sollst einen Fall lösen (s. o.). 

  • Definitionen: Wenn du die Bedeutung eines Begriffs verstanden hast, kannst du das, was du dir umgangssprachlich dazu abgespeichert hast, in eine klausurtaugliche Definition umwandeln. 
  • Prüfungsschemata: Wenn du die Rechtsnatur einer Norm und ihren Regelungszweck kennst, kannst du dir das passende Prüfungsschema aus dem Gesetz ableiten. 
  • Meinungsstreits: Und wenn du erkannt hast, wo eigentlich das Problem liegt – oder: warum überhaupt gestritten wird –, kannst du dieses Wissen nutzen, um eigenständig Argumente zu bilden. 

Abstraktes theoretisches Wissen ohne direkten Anwendungsbereich ist nichts wert. Wer aber die Formulierung »E ist Eigentümer eines Grundstücks in Köln, das mit einem leer stehenden Wohnhaus bebaut ist« direkt mit »ausschließlicher Gerichtsstand, § 29a Abs. 1 ZPO« und »wesentlicher Bestandteil, § 94 Abs. 1 S. 1 BGB« assoziiert, gewinnt. Nicht nur im Examen.

👉 Take-away: Setze theoretisches Wissen praktisch um, um es im Examen erfolgreich anwenden zu können.
 

Ich hoffe, diese Tipps helfen dir, deine Vorbereitung zu optimieren und mit Zuversicht in die Prüfungen zu gehen. Denk daran: Es geht nicht nur ums Lernen an sich, sondern darum, das Gelernte praktisch anwenden zu können. Viel Erfolg auf deinem Weg zum Examen! Wenn du weitergehende Fragen hast, antworte gerne auf diese E-Mail. Vielleicht mache ich ja einen Beitrag dazu. Bis nächste Woche!

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Heute sprechen wir über die effektivste Lernmethode von allen und wie du sie sinnvoll anwenden kannst.

#examensrelevant




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