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JNG #268: Alle Klausuren bestanden – ohne Lernplan!

Lesezeit: 3 Minuten

Ich habe in 14 Semestern Jura-Studium nicht einen einzigen funktionierenden Lernplan gehabt.

2012 (Alter, ist das lange her!) drückte man mir bei einem berühmten kommerziellen Anbieter eine Tabelle mit etlichen Spalten und noch mehr Zeilen in die Hand, die mir genau sagte, was ich die nächsten zwölf Monate zu tun haben würde. Ich wusste exakt, was ich an jedem einzelnen Tag zu lernen hatte.

Und – habe ich es getan? Natürlich nicht. Ich saß da am Schreibtisch, schlug das passende Skript zum Fach der Woche auf – vielleicht war es BGB AT –, teilte die Gesamtseitenzahl durch fünf und war überwältigt. Erzähl mir nicht, du hättest das noch nie so gemacht! Jedes Kind weiß, dass es damit nicht getan ist; man muss all die Informationen noch organisieren und verstehen. Niemand schafft 35 oder mehr Seiten pro Tag – es ist illusorisch. Trotzdem startet man immer wieder neue Anläufe, versucht aufzuholen, in den Plan zu kommen, von vorn zu beginnen. Doch zwei Wochen später (wenn überhaupt!) fällt alles in sich zusammen. 

Lernpläne – jedenfalls so, wie sie heute ausgeteilt, gepostet und zu ihrer Erstellung geraten wird – sind eins der größten Kartenhäuser herkömmlicher Examensvorbereitung.

Aber ich bin dankbar, diese Erfahrung gemacht zu haben. Mithilfe von Fehlern lernen wir ja doch am nachhaltigsten. Always change a losing system oder so. Verrückt ist, wer das Gleiche macht und andere Ergebnisse erwartet. Es musste doch einen Grund haben, dass ich nicht vorankam. Mangelnde Disziplin? Wohl kaum. Schließlich war ich fleißig. 

Ich entschied aus der Frustration heraus, das Konzept Lernplan, wie ich es kannte, über Bord zu werfen und fortan alles anders zu machen. Examensvorbereitung machte plötzlich sowas wie Bock. Ich ging wieder gern in die Uni. Nicht immer, aber immer öfter.

  • Ich bearbeitete jeden Tag Examensklausuren. Las sie Satz für Satz und machte mir meine Gedanken. Als ich über die Formulierung »E ist Eigentümer eines Grundstücks in Köln, das mit einem leer stehenden Wohnhaus bebaut ist« stolperte, grübelte ich einen Augenblick und schrieb mir »ausschließlicher Gerichtsstand, § 29a Abs. 1 ZPO« und »wesentlicher Bestandteil, § 94 Abs. 1 S. 1 BGB« auf.
  • Ich las nur das nach, was ich nicht verstand. Die Probleme, die geeignet waren, einen Fall zu entscheiden. Wo die großen Punkte lagen.
  • Ich machte mir einige wenige Notizen, die ich wahrscheinlich zu selten wiederholte. Aber ich profitierte unbewusst vom Kontext-Interferenz-Effekt und konnte mir so dennoch vieles merken. 

Drei Monate später bestand ich jede Examensklausur und räumte im Zivilrecht so richtig ab. Ich faselte nicht ein einziges Mal irgendwas von »Umstritten ist …«, weil ich keine Streitstände auswendig gelernt hatte. Dennoch hatte ich bei keiner Klausur den Eindruck, komplett auf dem falschen Fuß erwischt zu werden. Ich hatte eine starke Falllösungstechnik entwickelt.

Während ich das hier schreibe, versuche ich, gedanklich einen Lerntag vor dieser alternativen Strategie durchzuspielen, doch es gelingt mir nicht. Ich habe jede Erinnerung daran verloren.

Und die Moral von der Geschicht’? Lernpläne bilden weder die Examensrealität ab noch sind sie in ihrer verbreiteten Form mit gesicherten Erkenntnissen aus der Wissenschaft zum Planungsfehlschluss vereinbar. Kurz: Sie sind weit davon entfernt, der Hebel zu sein, der dich bislang von einer effektiven Examensvorbereitung abgehalten hat.

Deine nächsten Schritte

  1. ✔️ Schnapp dir morgen einen Fall.

  2. ✔️ Lies ihn Satz für Satz und mach dir deine Gedanken.

  3. ✔️ Schreib sie auf.

  4. ✔️ Gleich sie mit der Lösung ab.

  5. ✔️ Schlag nach, was problematisch ist.

👉 Je mehr Sachverhalten du dich aussetzt, desto eher gewinnst du auch ein Gefühl dafür, was – nicht nur technisch, sondern auch thematisch – im Examen erwartet wird. Und das kann dir kein Lernplan abnehmen.
 

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  • Praxisnahe Fallbearbeitung: Wir arbeiten ausschließlich mit Original-Examensklausuren und analysieren diese Wort für Wort.
  • Strukturierte Herangehensweise: Du lernst, komplizierte Sachverhalte systematisch und routiniert zu bearbeiten.
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Das Zivilrecht scheint manchmal wie ein unüberwindbarer Berg, der Weg zum Gipfel voll von steinigen Hindernissen aus tausenden Paragrafen, examensrelevanten Urteilen und Theorienstreits, die es zu verstehen und zu behalten gilt. Doch mit den richtigen Strategien kannst du deinen Weg am Fuß des Bergs mit Zuversicht antreten. Hier sind drei Tipps, wie du die Stoffmenge im Zivilrecht in den Griff bekommst.

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