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JNG #266: 🧩 Dein bester Freund, der Fehler

Lesezeit: 3 Minuten

Über die nunmehr acht Jahre meiner Tätigkeit als Repetitor habe ich immer wieder festgestellt, dass meine Studierenden desto schneller erste Erfolge erzielten, je mehr sie auf Fehler fokussierten. Klingt weird, aber lass mich das dahinterstehende Konzept erklären.

Kernidee: Das Fehler-Puzzle und seine Anwendung

Stell dir vor, jeder Fehler stellt ein Puzzleteil dar. Du beginnst mit einem unvollständigen Puzzle und jedes Mal, wenn du merkst, dass du etwas missverstanden hast, zwei Anspruchsgrundlagen miteinander verwechselst oder in der Simulation einer mündlichen Prüfung die falsche Antwort gibst, fügst du ein weiteres Teil hinzu. Nachdem du 1.000 Fehler gemacht und somit 1.000 Teile zusammengefügt hast, ergibt sich ein vollständiges Bild – das nächste Kompetenzlevel. Die nachfolgende Infografik zeigt, wie jedes Fehler-Puzzleteil zum Aufbau deiner Kompetenzen beiträgt.

Ich mag diese Metapher deshalb so gern, weil sie verdeutlicht, dass jeder Fehler nicht nur notwendig, sondern auch ein wertvoller Beitrag zu einem größeren Ganzen ist. Fehler sind also nicht nur Hürden auf dem Weg, sondern essenzielle Bestandteile des Lernprozesses, die erforderlich sind, um das Gesamtbild der eigenen Fähigkeiten und des persönlichen Wissensschatzes zu vervollständigen.

Das geht Hand in Hand mit den empirischen Erkenntnissen zum generativen Lernen, die ich regelmäßig bemühe. Wer nämlich erst einmal versucht, selbst auf die richtige Lösung zu kommen und dadurch Fehler herausfordert, kann sich die (tatsächlich) richtige Lösung im Nachhinein besser merken. Wissenschaftlich erwiesen.

Für diesen Newsletter kann ich dich auf eine Studie verweisen, die in einem Konzept-Paper von 2016 zur generativen Lerntheorie zusammengefasst ist. In diesem Paper wird diskutiert, wie generatives Lernen das Gedächtnis durch aktive Beteiligung und Eigenproduktion von Wissen verbessern kann. Die Studie belegt, dass das Erarbeiten eigener Lösungsansätze die Merkfähigkeit signifikant steigert. Bei Interesse findest du eine detailliertere Ausführung dazu in der Publikation auf der Seite von RIDLR: Concept Paper 2016 - Generative Learning Theory.


Vom Hindernis zur Herausforderung – Warum Fehler wichtig sind

Alle Studierenden wissen, dass sie im Examen einen Fall lösen müssen, aber nur wenige trainieren die dafür benötigten Fähigkeiten, indem sie sich in der Vorbereitung konsequent neuen Sachverhalten aussetzen. Sie haben zu viel Angst davor, ahnungslos vor einer Klausur zu sitzen, und flüchten sich deshalb lieber in das nächste Skript oder Lehrbuch, weil einfach nur zu lesen so viel weniger anstrengend ist. So viel weniger wehtut, als sich einzugestehen, dass man nicht mal eine schlechte Lösung hinbekommt.

Ermächtigung durch Fehler – Wie du Hindernisse überwindest

Sich nicht nur die Erlaubnis zu geben, Fehler zu machen, sondern sich auch noch zu möglichst vielen – und zwar möglichst schnell – zu ermutigen, erfordert eine vollkommen andere Einstellung und Denkweise. Ich würde sogar so weit gehen, zu sagen, dass sie verletzlich und angreifbar macht.

Doch um dein Potenzial zu erreichen, musst du die Angst vor Fehlern überwinden und den mentalen Shift von der Perfektion zur Progression schaffen.

Fehler erwünscht – Ein Aufruf zum Handeln

Es gibt keinen Erfolg ohne Fehler. Und es gibt kein Lernen ohne die Courage, erst mal kacke zu sein. Ich schäme mich noch immer für den Schrott, den ich teilweise in Probeklausuren produziert habe. Dass ich diese eine unfassbar dumme Aussage zu § 666 BGB im Prüfungsgespräch im Zivilrecht getroffen habe. Dass ich in einigen Einzeltrainings einfach nicht in der Lage war, etwas verständlich zu erklären, weil ich es selbst nicht verstanden hatte. Doch dank dieser Fehler durfte ich das nächste Kompetenzlevel früher erreichen und ein besserer Jurist werden.

Beginne morgen mit der 👉 »Fünf-Fehler-Challenge«: Nimm dir vor, im Laufe des Tages bewusst fünf neue Fehler zu machen und sie als Lernchance zu begreifen. Für jeden Fehler, den du machst, halte Folgendes in einem Notizbuch oder einer digitalen Notiz fest:

  • Beschreibung des Fehlers: Welchen Fehler habe ich genau gemacht?
  • Ursache des Fehlers: Warum ist er passiert? Was habe ich missverstanden oder übersehen?
  • Lerneffekt: Was lerne ich aus diesem Fehler?
  • Zukünftige Maßnahmen: Wie plane ich, diesen Fehler in Zukunft zu vermeiden?

👉 Diese einfache Methode hilft dir, aus jedem Fehler konkrete Lessons Learned abzuleiten und deinen Lernprozess aktiv zu gestalten. Mit dieser neuen Einstellung wirst du in deinen nächsten Lernsessions nicht nur beobachten, wie deine Zufriedenheit beim Lernen steigt, sondern gleichzeitig auch dein Stresslevel sinkt. Jedes Puzzleteil zählt.


5 Fehler bei einer Fallbearbeitung = 5 Teilchen im 1.000-Teile-Puzzle auf dem Weg zum nächsten Kompetenzlevel


Aktuelles YouTube-Video

Das Zivilrecht scheint manchmal wie ein unüberwindbarer Berg, der Weg zum Gipfel voll von steinigen Hindernissen aus tausenden Paragrafen, examensrelevanten Urteilen und Theorienstreits, die es zu verstehen und zu behalten gilt. Doch mit den richtigen Strategien kannst du deinen Weg am Fuß des Bergs mit Zuversicht antreten. Hier sind drei Tipps, wie du die Stoffmenge im Zivilrecht in den Griff bekommst.

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Mein Ziel mit endlich jura. ist es, allen Studierenden eine Examensvorbereitung in Rekordzeit zu ermöglichen, ohne endlos Schemata, Streits und Definitionen auswendig lernen zu müssen. So kann ich dir helfen:

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