JNG #349: 🚨 Dein Klausuren-Overkill

⏱️ Lesezeit: 3,5 Minuten


Ich habe das zuletzt leider mehrfach erlebt: Leute lernen zwar „upside-down“ – aber so, wie sie vorher Karteikarten gelernt haben. Mehr, schneller, noch einen Fall, noch eine Probeklausur. Und am Ende steht: viel Papier, zu wenig echter Fortschritt.

Nicht, weil die Methode schlecht ist (sie ist die beste), sondern weil man sie übertreibt.

Heute geht’s darum, wo Upside-down kippt – und wie du wieder in den Bereich kommst, in dem du nicht nur Fälle abheftest.
 

Du kannst Upside-down kaputtmachen

Ja – Upside-down lebt von Fällen. Aber Fälle sind keine Sammelobjekte. Wenn du sie nur „konsumierst“, passiert exakt gar nichts: Du fühlst dich beschäftigt, aber du baust keine abrufbare Klausurkompetenz auf. Upside-down ist kein Netflix-Abo für Examensklausuren. Es ist ein Trainingssystem. 

Merksatz: Wenn du nach einer Klausur nicht sagen kannst, was genau du beim nächsten Mal anders machen mussst, war’s kein Training.
 

Das Problem mit (zu) vielen Fällen

„Zu viele Fälle“ heißt fast immer: Du machst pro Fall zu wenig.

Upside-down zielt auf Rhythmus: regelmäßig Fälle, regelmäßig echte Lernentscheidungen. Jede Woche kommen neue Original-Examensklausuren hinzu; in sechs Monaten sind das (hoffentlich) über 100.

Das ist keine Aufforderung, 180 Fälle im Autopilot zu verarbeiten. Das ist eine Einladung, genug Material zu haben, um überhaupt sinnvoll trainieren zu können.
 

Analyse ist der Standard. Reinschrift ist die Ausnahme.

Viele verwechseln „Falltraining“ mit „alles ausformulieren“. Das ist Quatsch. 

Reinschrift ist Prüfungssimulation: Zeitdruck, Stil, Gutachtenlogik, Schwerpunktsetzung – alles gleichzeitig. Das ist brutal fürs Arbeitsgedächtnis. Und genau deshalb ist es so wertvoll. Nur halt nicht jeden Tag.

Der Standard ist:

  1. Sachverhalt zerlegen

  2. Schwerpunkte herausarbeiten

  3. Prüfprogramm bauen

  4. Lösung checken (gezielt, nicht flächig)

  5. eine Sache fixen, die du wirklich verkackt hast

Faustregel, die fast immer passt:

  • 70–80 % Analyse + Gliederung

  • 20–30 % Reinschrift unter echten Bedingungen

Long story short: Wenn du dauernd ausschreibst, trainierst du oft nur „Ich kann lange sitzen.“


Korrekturen bringen dir nichts, wenn du sie nur zur Kenntnis nimmst

Korrektur ist kein Ritual. Korrektur ist ein Eingriff.

Wenn du Feedback liest, nickst und dann die nächste Klausur genauso angehst, kaufst du dir maximal ein gutes Gefühl. Eine Korrektur lohnt sich nur, wenn du daraus eine konkrete Hypothese ableitest, die du in der nächsten Klausur testen kannst.

Warnsignal: Du bekommst denselben Hinweis zum dritten Mal. Dann ist nicht dein „Wissen“ das Problem, sondern dein Umgang mit Feedback. Du hast keinen Mechanismus, der Handlungsempfehlungen in Handlungen übersetzt.
 

Warum „mehr“ ab einem Punkt sogar schlechter ist

Hier die traurige Wahrheit: Ab einem Punkt sinkt auch bei Upside-down der Grenznutzen.

Die ersten Fälle geben dir riesige Sprünge (Schwerpunktgefühl, Problemradar, Gutachtenroutine). Danach brauchst du pro Fall mehr Qualität, nicht mehr Menge. Expertise entsteht erst durch gezieltes Arbeiten an Engpässen mit sofortiger Anpassung (sog. deliberate practice).

Oder auf Deutsch: Du musst an dem Punkt üben, wo es weh tut. Nicht da, wo es smooth läuft.

Und Reinschrift macht das Ganze noch schwerer: Sie frisst Kapazität für Stil und Form – genau die Kapazität, die du für Problemerkennung und Argumentation brauchst.
 

Der Sweet Spot: genug Fälle, genug Tiefe

Wenn du Upside-down richtig nutzt, fühlt es sich nicht an wie „Ich mache jetzt mehr für mein Examen“. Es fühlt sich an wie: weniger nachgucken, weniger danebengreifen, schneller merken, worauf es in einem Fall ankommt.

Ein guter Falltag endet nicht mit einem Haken dran, sondern mit:

  • Welche(r) Norm/Prüfungspunkt hat mich gekillt?

  • Welche Denkbewegung war falsch?

  • Welche Formulierung habe ich mir selbst schön geredet?

  • Was ist der Mini-Fix für die nächste Klausur?

Wer nur Fälle ballert, hat die Idee nicht verstanden.
 

Mach das ab morgen so

Du willst es praktisch? Bitte. Nimm dir eine Woche und zwing dich zu diesem Ablauf:

  1. Wähle 4 Fälle für die Woche – nicht 10.

  2. Stoppe nach 90 Minuten Analyse und Gliederung, egal wie „unfertig“ sie sich anfühlt, und schreibe am Ende nur: Top-Problem + Top-Argument.

  3. Schreibe nur 1 Klausur aus (max. 2), unter Zeitdruck, mit echtem Abbruch, wenn die Zeit um ist.

  4. Leite aus jeder Korrektur genau 1 Regel ab („Wenn X, dann Y“) und setze sie in der nächsten Klausur bewusst um.

  5. Wenn du keine Zeit für Sachverhaltsanalyse hast: Mach weniger Fälle. Sofort.
     

Jetzt die entscheidende Frage:  Woher nimmst du eigentlich die Fälle, um das genau so durchzuziehen?

Nicht irgendein Klausurenfinder.
Nicht noch ein Fallbuch.

Nicht im Internet auf gut Glück zusammensuchen.

Du willst genug Original-Examensklausuren, um:

  • regelmäßig nur zu analysieren und zu gliedern,

  • gezielt ein, zwei davon auszuschreiben,

  • und aus jeder Korrektur einen konkreten Fix für die nächste Klausur abzuleiten.

Genau dafür gibt es meine neue Lernplattform Upside-down.

Dort findest du laufend neue Original-Examensklausuren – genug, um sechs Monate oder mehr konsequent nach dieser Logik zu arbeiten, ohne ständig Material zu suchen oder Entscheidungen zu treffen, was du jetzt lernen solltest.

Du kannst beliebig viele Klausuren ausformulieren – oder bewusst nicht – und jede davon korrigieren lassen.

Wenn du bis hierhin gelesen und gemerkt hast:

„Ja, genau so müsste ich eigentlich lernen – mir fehlt nur das Material und das Feedback dafür“

… dann ist Upside-down kein netter Zusatz, sondern das fehlende Werkzeug.

👉 In einer Woche geht Upside-down live.

Es gibt keine Warteliste. Ich schalte den Zugang manuell frei für die, die schon vorher einsteigen wollen.

Schreib mir einfach eine Mail mit dem Betreff „upside“. Dann melde ich mich persönlich bei dir und wir schauen, ob ein Einstieg jetzt schon sinnvoll für dich ist.

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