⏱️ Lesezeit: 6 Minuten (sorry für den Rant!)
Du stoppst immer an derselben Stelle.
Nach der Gliederung.
Schaust in die Lösung:
Anspruch entstanden.
Nicht erloschen.
Durchsetzbar.
„Hab ich auch so.“
Kann man das schon Examensvorbereitung nennen?
Nee.
Du hast da aufgehört, wo es überhaupt erst interessant wird.
Ich führe diesen Dialog ständig.
Jemand kommt zu mir und sagt: „Ich bin durchgefallen.“
Meine erste Frage: „Wie viele Klausuren hast du vorher ausformuliert?“
Die Antwort fast immer: zu wenige.
Und das ist nicht nur mein Gefühl.
Alle zwei Wochen kalibrieren wir unseren KI-Korrekturassistenten endlich korrigiert. neu. Dafür bekommen wir Klausuren und Korrekturen von Kandidat*innen, die sie dafür freigegeben haben.
Was sehe ich da?
Unter 60 Korrekturen in zwei Wochen.
Bei über 160 Leuten mit Zugriff auf das Tool.
Wenn ein paar davon sogar zwei Klausuren pro Woche eingereicht haben, heißt das ziemlich sicher:
Knapp über 100 Leute haben in diesen zwei Wochen keine einzige Klausur ausformuliert.
Leute, die sich in sechs Monaten aufs Examen vorbereiten wollen.
Irgendwie absurd.
Ja, tust du.
Fälle analysieren ist wichtig.
Original-Examensklausuren durchdenken ist wichtig.
Gliedern ist wichtig.
Aber daraus folgt nicht, dass Ausformulieren optional wäre.
Du kannst nicht einfach nur Fälle analysieren, Lösungsskizzen erstellen und dann sagen: „Ich bereite mich umfassend aufs Examen vor.“
Du trainierst einen Teil.
Aber nicht den Teil, der dich im Examen endgültig killt.
Im Examen musst du das Ding unter Zeitdruck vollständig runterschreiben.
Nicht mit der Lösung vergleichen und innerlich nicken.
Nicht dich kurz für brillant halten.
Öfter ausschreiben.
Sorry not sorry.
Du kannst aus dem Vergleich mit der Lösung nicht verlässlich erkennen:
Du kannst nur sehen: „Ah, steht da auch.“
Und dann kommt dein Kopf mit diesem beliebten kleinen Theaterstück: „Ja, hätte ich natürlich genauso gemacht.“
Natürlich.
Hast du aber nicht.
Du hast ja keine wirkliche Lösung produziert – nur einen Entwurf.
Du hast es dir nachträglich schön gelesen.
Ein Vergleich mit der Musterlösung ersetzt keine Korrektur.
Ich weiß – viele Korrekturen sind crap.
Da steht dann irgendein Standardvotum, minimal auf deine Klausur umgeschrieben, plus paar Randbemerkungen, die du entweder nicht lesen kannst oder die dir ungefähr so viel bringen wie ’ne Kaffeetasse mit Paragraf drauf.
Deshalb bin ich froh, dass wir mittlerweile mit KI Korrekturen hinbekommen, die wirklich konkrete Verbesserungsvorschläge geben.
Früher saßen wir im Klausurenkurs zwei bis vier Stunden an einer einzigen Klausur.
Das war fachlich stark und wirtschaftlich komplett irre.
Niemand will zwei bis vier Stunden Arbeitszeit für eine einzige Korrektur vergüten.
Valide. Menschen zahlen offenbar schon Miete und haben andere Probleme.
KI macht genau diesen Feedbackgrad jetzt skalierbar.
Und wenn die Korrektur gut ist, ziehst du daraus viel mehr als aus dem Vergleich mit der Musterlösung.
Im Examen sitzt du nicht gemütlich mit Kaffee an einer Lösungsskizze.
Du hast Zeitdruck.
Du hast sechs oder sieben Klausuren.
Du musst liefern.
Das ist der Wettkampf.
Und ich kann mir keine Welt vorstellen, in der man den Wettkampf vorher nicht ausreichend simuliert.
Okay, ich kann sie mir vorstellen, weil Jura-Studierende sie jeden Tag bauen.
Aber das macht sie nicht sinnvoll.
Du musst ja nicht jedes Mal fünf Stunden schreiben.
Aber du musst regelmäßig in den Modus kommen:
Wenigstens 90 Minuten.
Oder 120.
Ausformulieren.
Abgeben.
Korrigieren lassen.
Eine gute Korrektur sagt dir vier Dinge:
Das machst du gut.
Das machst du schlecht.
Das musst du ändern.
So machst du es beim nächsten Mal besser.
Dann schreibst du die nächste Klausur.
Du bekommst wieder Feedback.
Vielleicht bestätigt sich, dass du besser geworden bist.
Vielleicht taucht ein neues Problem auf.
So entsteht eine Lernschleife.
Ohne diese Schleife bleibt dein Fortschritt subjektiv.
Und Gefühlssache ist im Jura-Studium eine der schlechtesten Währungen.
Wir haben ohnehin kaum verlässliche Maßstäbe.
In unserem früheren Klausurenkurs haben wir festgestellt: Wer von den letzten zehn Klausuren sieben bestanden und dabei im Schnitt ungefähr 5,4 Punkte erreicht hat, ist im Examen durchgegangen.
Nicht immer mit Prädikat.
Nicht mathematisch heilig.
Aber tausendmal besser als: „Ich fühle mich langsam examensreif.“
Das ist die beliebteste Ausrede – und sie klingt sogar vernünftig.
Ding ist: Du kannst erst nach einer ausformulierten Klausur wissen, ob du bereit bist.
Die Klausur sagt dir das.
Nicht dein Bauchgefühl.
Nicht dein Lernplan.
Nicht die Tatsache, dass du heute 43 Minuten im Sachenrecht-Skript von Alpmann gelesen hast und dabei „mega im Flow“ warst. Haha.
Du musst Klausuren schreiben, um zu wissen, ob du Klausuren schreiben kannst.
Unfassbar simpel. Wie fast alles, das funktioniert.
Wann denn?
Mal ernsthaft: Wann ist „später“?
Wenn du dich sechs Monate fokussiert vorbereitest, hast du 26 Wochen.
Wenn du mindestens 25 Klausuren schreiben willst, musst du im Prinzip sofort anfangen.
Nicht irgendwann.
Nicht „wenn ich den Stoff durchhabe“.
Nicht „wenn ich mich sicherer fühle“.
Wenn du wartest, landest du zwangsläufig bei zwei Klausuren pro Woche.
Da ist per se nichts falsch dran.
Aber dann darfst du dich nicht wundern, wenn es hinten raus eng wird.
Eine sinnvolle Range von ausformulierten Klausuren liegt nicht bei 100 oder 150 Klausuren.
Keine Ahnung, wer diese Zahlen nachts auf einem Repetitoriumsparkplatz empfängt.
Realistisch sind eher 25 bis 40.
Weniger, wenn du schlechter startest.
Mehr, wenn du schon auf höherem Niveau schreibst und aus jeder weiteren Klausur noch viel ziehen kannst.
Aber scheiß mal auf 25, 30 oder 40.
Fakt ist, dass du anfangen musst.
Der entscheidende Moment kommt nicht, während du das hier liest.
Der kommt später.
Wenn du wieder vor einer Klausur sitzt.
Wenn du die Gliederung hast.
Wenn du merkst: Jetzt müsste ich eigentlich ausformulieren.
Und dann weichst du wieder aus.
Noch mal nur Lösung lesen.
Noch mal Theorie nachziehen.
Noch mal „nur kurz“ etwas nachschauen.
Klassischer Move.
Hier trennt sich deine Examensvorbereitung von Examensvermeidung.
Also: Schreibst du?
Mach es nicht komplizierter, als es ist.
Nimm dir für morgen den ersten Teil einer Original-Examensklausur.
Der hier würde sich anbieten.
90 Minuten.
Ausformulieren.
Korrigieren lassen.
Feedback mitnehmen.
Nächste Klausur besser machen.
Du musst heute nicht dein ganzes System reparieren.
Du musst heute auch keine „gute“ Klausur schreiben.
Du musst nur aufhören, immer an derselben Haltestelle auszusteigen.
Nach der Gliederung beginnt der Teil, der im Examen zählt.
Also:
90 Minuten.
Eine Klausur.
Ausformulieren.
Korrigieren lassen.
Weiter konsumieren oder endlich handeln.
Mehr musst du gerade nicht entscheiden.
PS: Wenn du genau an diesem Punkt immer wieder hängenbleibst, kennst du einen der vielen Gründe, warum ich die Flatrate gebaut habe: unbegrenzte persönliche Betreuung auf Abruf bis zum Tag deiner ersten Examensklausur.
Du meldest dich, wenn du merkst: Ich bin an dem Punkt, an dem ich eigentlich schreiben müsste – und mache es doch wieder nicht.
Ich greife ein und wir lösen den Knoten.
Wenn du einmal klären willst, ob dich das zuverlässig ins Klausurenschreiben bringen würde, kannst du dir hier einen kurzen Termin buchen:
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Kein Motivationszirkus.
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