JNG #368: 3 Stunden. 3 Seiten. 8 Punkte.

🕒 Lesezeit: 3 Minuten

Ich habe eine echte fünfstündige Examensklausur genommen und mir dafür drei Stunden gegeben.

Schwere Zivilrechtsklausur. Keine Vorbereitung. Keine zusätzlichen Hilfsmittel.

Nach drei Stunden standen 1.638 Wörter auf dem Bildschirm. Drei Seiten.

Meine Prognose: vielleicht fünf Punkte. Mit leichter Tendenz zu „hoffentlich überhaupt bestanden“. Unser KI-Korrekturassistent kam auf acht Punkte.

Plot Twist.

Klar, eine andere Korrektur kann niedriger ausfallen. Die acht Punkte spielen hier eine untergeordnete Rolle.

Spannender ist die Frage: Was bleibt von einer Klausur übrig, wenn zwei Stunden einfach wegfallen? Und wo wird das Kürzen teuer?

Wo wir gerade beim Thema sind: Interesse, deine Vorbereitung konsequent auf Fälle und Altklausuren umzustellen?

Wenn du parallel kein kommerzielles Rep machst und in den nächsten acht Monaten Examen schreibst, könnte die Flatrate gut für dich passen. Ich begleite dich individuell bis zum Tag deiner ersten Examensklausur. Bei deinen Lösungen geht es dann um deutlich mehr als um wundgetippte Finger.

Antworte einfach auf diese Mail. Dann schauen wir gemeinsam, ob das was für dich ist.

Wo sind die zwei Stunden hin?

Die Sachverhaltsanalyse nimmt weiterhin viel Raum ein.

Ungefähr 90 Minuten denken. Ungefähr 90 Minuten schreiben.

Ein Speedrun durch den Sachverhalt wäre ziemlich dumm gewesen. Wer den Fall falsch versteht, produziert einfach nur Kacke.

Also: nicht am falschen Ende sparen.

Zeit gespart habe ich stattdessen bei der Lösungsskizze, bei vorbereiteten Argumentationsketten und beim Feinschliff einzelner Sätze.

Weniger Politur. Weniger Rumgeeiere. Schnellere Entscheidungen.

Welchen Lösungsweg nehme ich? Welches Ergebnis ist zumindest vernünftig? Wie viel Platz verdient dieser Punkt wirklich?

Bei drei Stunden Bearbeitungszeit kannst du solche Fragen nicht ewig mit dir selbst diskutieren.

Irgendwann musst du liefern.

Pick your battles

Die Klausur hatte genug schwierige Stellen für einen sehr langen Nachmittag: AGB-Kontrolle, verlängerter Eigentumsvorbehalt, Schadensfragen und Konkurrenzprobleme.

In drei Stunden kannst du davon nur einen Bruchteil akzeptabel bearbeiten.

Beim gutgläubigen Erwerb wusste ich: Hier bekomme ich schnell eine brauchbare Argumentation zusammen. Also ging die Zeit dorthin. Eng am Sachverhalt. Klare Erkundigungspflichten rausgearbeitet. Solider Output.

Fast alles andere bekam die Kurzversion.

Zehn Minuten ohne brauchbares Ergebnis sind totes Kapital. An einer anderen Stelle können dieselben zehn Minuten hingegen tatsächlich punktebringend eingesetzt werden.

Zeit rein. Punkte raus.

Echte Gefühle.

Wo das Kürzen nach hinten losging

Bei der AGB-Kontrolle wegen möglicher Übersicherung war ich zu schnell.

Problem gesehen. Kurz angeschnitten. Ziemlich sportlich zum Ergebnis gesprungen.

Hat nicht gereicht.

Die wirtschaftliche Sicherungslage hätte genauer rein gemusst. Welche Forderung wird gesichert? Welche Sicherheiten gibt es schon? Wie passen Materialwert, Werklohn und Forderungshöhe zusammen?

Da sind Punkte liegen geblieben.

Dazu kamen zwei dogmatische Patzer. Einmal Personen verwechselt. Einmal § 932 BGB so schief formuliert, dass am Ende ein anderer Rechtssatz dastand.

Bitter.

Zeitdruck zeigt ziemlich gnadenlos, wo Kürze funktioniert und wo sie an der Präzision nagt.

Der Drei-Stunden-Stress-Test

Ich beschäftige mich seit 2015 beruflich mit Fällen. Drei Stunden sind also kein neuer Goldstandard für deine nächste Probeklausur.

Die Blitzklausur ist ein Stress-Test.

Du nimmst dir einmal absichtlich den zeitlichen Puffer. Danach folgt der Reality-Check.

Und plötzlich wird aus „Ich habe Zeitprobleme“ eine Diagnose, mit der man tatsächlich arbeiten kann:

Welche Entscheidungen treffe ich unter Zeitdruck falsch?

Genau das ist der Mehrwert einer Blitzklausur.

Sie lässt dir keine Zeit, Unsicherheit mit noch mehr Text zuzuscheißen. Nach drei Stunden siehst du ziemlich klar, was sitzt und wo fünf Stunden bisher einfach genug Platz fürs Labern gelassen haben.

Brutale Bestandsaufnahme. Nebenbei sehr nützlich.

Close

📋 In 5 Minuten zu einer entspannteren Examensvorbereitung  – mit unserer kostenlosen Checkliste

Hol dir jetzt die ultimative Examens-Checkliste und finde sofort heraus, ob dein Lernplan wirklich examensreif ist. Kompakt, praxisnah und erprobt mit über 2.000 Examenskandidat*innen.

Kostenlos herunterladen
Close

50% Complete

Two Step

Lorem ipsum dolor sit amet, consectetur adipiscing elit, sed do eiusmod tempor incididunt ut labore et dolore magna aliqua.