JNG #373: Examensreif. Sagt der Lernplan.

Willst du deine Examensvorbereitung mit mir machen und in den nächsten zwei Wochen loslegen?

Wenn du parallel kein kommerzielles Rep machst und dich mit Fällen und Altklausuren vorbereiten willst, findest du hier alle Infos: wie das Programm abläuft, was enthalten ist und was es kostet. Schau dir alles in Ruhe an und entscheide dann, ob das für dich passt oder nicht.

🕒 Lesezeit: 2,5 Minuten

Basically ein Vollzeitjob mit richtig schlechtem Gehalt.

Hanna lernt sieben Nettostunden täglich.

Eine Stunde Karteikarten. Drei Stunden neuer Stoff. Eine Stunde Wiederholung. Zwei Stunden Fälle.

Mehr Examensvorbereitung an einem Tag geht eigentlich nur mit schlechtem Schlafmanagement.

Trotzdem hat Hanna noch keine einzige Probeklausur unter Examensbedingungen geschrieben.

Sie kann ziemlich genau sagen, welche Rechtsgebiete sie schon bearbeitet hat. Ob sie fünf Stunden erfassen, auswählen, strukturieren, anwenden, begründen, gewichten und das Ergebnis unter Einhaltung der Prüfungsbedingungen festhalten kann?

No clue.

Der Lernplan zählt Input. Das Examen zählt Output.

Ein Lernplan kann hervorragend messen, wie gewissenhaft du deinen Lernplan abarbeitest.

Ein abgeschlossenes Rechtsgebiet zeigt aber zunächst nur, dass du dich damit beschäftigt hast. Es zeigt nicht, ob du das Wissen im Sachverhalt erkennst, unter Zeitdruck abrufen und in eine vertretbare Lösung umwandeln kannst.

Wissen ist die Infrastruktur. Es ist nicht die Leistung selbst.

Kleiner, aber feiner Unterschied.

Mehr Theorie. Die Universal-Lösung. 

Ein Fall läuft schlecht.

Vielleicht fehlte tatsächlich Wissen. Vielleicht war das Wissen da, aber es fehlte das Problembewusstsein. Vielleicht war die Prüfung unsauber aufgebaut. Vielleicht hast du 45 Minuten mit einer Frage verbracht, die die Musterlösung in zwei Sätzen abhandelt.

Wenn die Lösung jedes Mal lautet „mehr Theorie lernen“, ist das in Wahrheit keine Lösung, sondern ein Reflex.

Bringt genauso viel wie bei jedem Aufblinken einer Warnleuchte im Auto erstmal den Tank vollzumachen.

Also einfach Fälle komplett entscheiden lassen, was du lernen sollst. 

Nicht ganz. 

Ein Fall liefert dir Informationen. Daraus entsteht aber nicht automatisch ein neuer Lernauftrag.

Nur weil irgendein abgefucktes Spezialproblem einmal in einer Lösung auftaucht, gehört es nicht sofort auf deine To-do-Liste.

Die Kombi macht’s.

Ich trenne deshalb zwei Dinge: Coverage und Responsiveness.

Klingt fancy. Gemeint ist etwas ziemlich Banales.

Coverage bedeutet: Du bearbeitest genug Altklausuren, damit wiederkehrende Themen und Strukturen überhaupt sichtbar werden. Fünf zufällige Fälle reichen nicht, um den restlichen Pflichtstoff offiziell für irrelevant zu erklären.

Responsiveness bedeutet: Du reagierst auf das, was deine eigene Leistung zeigt.

Taucht ein zentrales Thema wiederholt auf, bekommt es Priorität. Bei „Das wusste ich eigentlich” trainierst du die Erkennung. Brauchst du zu lange, bringt dir die nächste Zusammenfassung vermutlich wenig.

Und bei dem abgefuckten Spezialproblem kann die passende Reaktion schlicht lauten: jetzt nicht lernen.

Nur Coverage bedeutet: Du arbeitest einen stoffbasierten Lernplan ab.

Nur Responsiveness bedeutet: Du rennst jedem Zufallsproblem hinterher.

Beides leider ungeil.

Der Fall ist erst fertig, wenn du entschieden hast

Nach einem Fall musst du drei Dinge klären:

  • Was genau hat nicht funktioniert?
  • Wie examensrelevant ist das?
  • Und was folgt daraus konkret?

Manchmal folgt eine gezielte Theorieeinheit. Manchmal eine weitere Probeklausur. Manchmal Methodentraining.

Und manchmal folgt einfach nichts.Fallbasiert lernen: Warum Fälle allein nicht reichen

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