
Nicht jede Stunde am Schreibtisch ist gleich viel wert.
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„Ich hab’ nur noch zwei Monate.”
Und dann kickt die Panik: Jetzt muss richtig geballert werden. 60-Stunden-Wochen. Jeden Tag acht bis zehn Stunden lernen. Am besten noch jede einzelne Lücke schließen, die man vorher monatelang erfolgreich ignoriert hat.
Klar. Zwei Monate Zeit – also einfach sechs Monate Arbeit reinpressen. Solider Plan.
Basically: verlorene Zeit mit maximaler Eskalation zurückkaufen.
Klingt entschlossen. Ist meistens Quatsch.
Denn je knapper die Zeit wird, desto weniger bringt es, einfach nur mehr zu machen. Du brauchst nicht mehr Stoff, mehr Stunden und mehr Druck.
Zeitmangel ist nicht das eigentliche Problem. Der Versuch, ihn mit blindem Aktionismus zu lösen, schon.
Stell dir vor, du müsstest jemanden in zwei Monaten aufs Examen vorbereiten.
Dann empfiehlst du ihm ja nicht ernsthaft, jetzt noch jedes Lehrbuch reinzuklöppeln, sämtliche Meinungsstreitigkeiten auswendig zu lernen und endlich seine 3.000 Karteikarten fertigzubasteln?
Obviously not.
Also musst du filtern.
Und genau da wird es spannend: Sobald nicht mehr alles geht, bleibt plötzlich nur noch das übrig, was tatsächlich etwas bringt.
Originalfälle bearbeiten, Probeklausuren schreiben, Fehler analysieren, die entscheidenden Lücken schließen. Den größten Engpass finden – und genau daran arbeiten.
Zeitdruck verändert also nicht, was in der Examensvorbereitung funktioniert.
Er entfernt nur den ganzen Nonsense drumherum.
Und macht ziemlich brutal sichtbar, worauf es die ganze Zeit angekommen wäre.
Viele behandeln Examensvorbereitung wie eine simple Additionsaufgabe.
Mehr Stoff + mehr Stunden + mehr Wiederholungen + mehr Material = 1A-Examen.
40 Stunden sind gut; 60 müssen also besser sein. Und wer noch ein zusätzliches Skript durcharbeitet, hat das Prädikat quasi sicher.
Dahinter steckt die ziemlich bequeme Vorstellung, dass eine gute Examensvorbereitung einfach die Summe möglichst vieler Lernstunden ist. Als gäbe es im Examen Bonuspunkte fürs Absitzen.
Gibt es nicht.
Du kannst zehn Stunden am Tag lernen und dich dabei sehr effizient im Kreis drehen.
Examensvorbereitung ist ein Auswahlproblem.
Was bringt mich wirklich weiter? Was lasse ich bewusst weg? Und womit beschäftige ich mich nur, weil es produktiv aussieht und angenehm wenig wehtut?
Je knapper die Zeit wird, desto härter werden diese Entscheidungen. Klar.
Aber sie werden nicht falscher.
Es wird nur schwieriger, sich weiter selbst zu verarschen.
Leonie hat zwei Monate bis zum Examen.
Ihr Plan konzentriert sich deshalb fast vollständig auf Falltraining, Probeklausuren, gezielte Lückenarbeit und schnelle Rückmeldung.
Die Theorie bleibt Teil der Vorbereitung. Der konkrete Fall bestimmt, welche Theorie gerade gebraucht wird.
Die Probeklausuren zeigen, ob das Training funktioniert.
Nach mehreren Klausuren wird geprüft, welcher Engpass sich wiederholt. Danach verschiebt sich der Schwerpunkt der nächsten Trainingsphase.
Und kurz vor dem Examen wird das Pensum runtergefahren, damit man am Klausurtag nicht im Arsch ist.
Mehr ist in der kurzen Zeit gar nicht drin.
Genau darin liegt der Wert dieses Plans: Er zeigt sehr deutlich, welche Teile der Examensvorbereitung was bringen – und welche nur deshalb weiterlaufen, weil man sich irgendwann an sie gewöhnt hat.
Vielleicht hast du gar nicht nur zwei Monate Zeit.
Vielleicht hast du noch ein halbes Jahr.
Oder länger.
Dann solltest du dir trotzdem dieselbe Frage stellen.
Was würde ich sofort sein lassen, wenn morgen nur noch zwei Monate übrig wären?
Die Antwort darauf ist erstaunlich aufschlussreich.
Denn vieles, was dann als Erstes verschwindet, hat wahrscheinlich auch vorher keinen besonders großen Beitrag geleistet.
Zeitdruck deckt schlechte Prioritäten auf.
PS: Wenn du nach mehreren Klausuren immer noch nicht sagen kannst, was dein größter Engpass ist, hakt es wahrscheinlich nicht an der Disziplin. Dir fehlt brauchbares Feedback. Genau darauf basiert auch meine individuelle Begleitung: Wir sparen uns noch mehr Stoff und suchen das eine Problem, das dich aktuell die meisten Punkte kostet.
Stand jetzt gibt es diese Woche nur noch ein letztes Infogespräch und für Juli ist noch genau ein Startplatz in der Flatrate frei – wenn du Interesse hast, würde ich also nicht mehr allzu lange warten.
Weitere Informationen zur endlich jura. Flatrate findest du hier: https://endlich-jura.de/flatrate
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