
Willst du deine Examensvorbereitung mit Fällen und Altklausuren machen – mit einem Plan, der nicht so tut, als hättest du unbegrenzt Zeit?
Dann antworte mit „VORBEREITUNG“. Ein Wort. Mehr brauche ich erstmal nicht. Wenn du parallel kein kommerzielles Rep machst und noch im September starten willst, schicke ich dir per Mail, wie das Ganze abläuft, was enthalten ist und was es kostet. Du schaust dir alles in Ruhe an und entscheidest dann.
🕒 Lesezeit: 3 Minuten
Aydin hat noch sechs Wochen bis zum Examen.
Würde er bei null anfangen, hätte ich das Projekt nicht angenommen. Tut er zwar nicht, trotzdem bleiben sechs Wochen sechs Wochen.
Eine Vorbereitung über 18 Monate da reinzupressen, funktioniert vermutlich nur in PowerPoint.
Vollständigkeit ist also raus.
Schadée.
Normalerweise würde ich gern 80 bis 120 bearbeitete Examensklausuren sehen.
Aydins Plan kommt auf 36.
Vier Falltrainingstage und zwei Probeklausuren pro Woche. Sechs Wochen lang. Das sind 30 bis 45 Prozent meines üblichen Zielvolumens.
Ziemlich dünn.
Also muss ich mich fragen, wofür diese 36 Fälle überhaupt da sind. Einen repräsentativen Querschnitt durch den Examensstoff liefern sie jedenfalls nicht.
Sie sollen Aydin immer wieder zu genau den Dingen zwingen, die er im Examen tatsächlich tun muss: Relevantes erkennen, einen Lösungsweg bauen, Entscheidungen treffen, Recht anwenden und verständliche Sätze schreiben.
Vollständig wird sein Wissen dadurch nicht. Aber nach 36 echten Fallkonfrontationen soll er Fälle wenigstens anders bearbeiten als vorher.
Alles Weitere ist Wunschdenken.
Montag bis Donnerstag: Falltraining.
Freitag und Samstag: jeweils fünf Stunden Probeklausur.
Sonntag: Theorie.
Fertig.
Im Falltraining arbeitet Aydin zuerst selbst: Sachverhalt analysieren, Prüfungsprogramm bauen, Kernprobleme durchdenken. Freitags und samstags schreibt er jeweils fünf Stunden unter Examensbedingungen.
Ob wir stattdessen zwei Mini-Examensklausuren machen statt einer “Großen”, entscheide ich im bzw. nach dem Onboarding. Dann bearbeitet Aydin immer nur einen Teil der Klausur. Gleiches Niveau. Geringerer Umfang.
Zwei Fälle im Kalender sehen natürlich besser aus als einer. Muss nur auch was bringen.
Und ich breche bei ihm noch eine Regel.
Völlig unbekannte Details landen normalerweise erst dann auf der To-do-Less, wenn ein späterer Fall dich erneut darauf stößt. Bei 100 oder 120 Klausuren ist die hohe Schlagzahl praktisch dein Filter.
Bei 36 Klausuren funktioniert das kaum. Wenn ein Thema in fünf Strafrechtsklausuren nicht vorkommt, sagt das exakt nichts über seine Examensrelevanz aus.
Also schreibt Aydin erstmal alles auf, was er übersehen, falsch eingeordnet oder gar nicht erkannt hat.
Die Liste ist erstmal Rohmaterial. Priorisiert wird danach: rot, gelb, grün, Datum dazu. Simpel. Muss sechs Wochen funktionieren. Einen Schönheitspreis braucht das Ding nicht.
Stell dir zwei Fortschrittsbalken vor.
Auf dem ersten steht: Stoff möglichst vollständig abdecken.
Auf dem zweiten: 36 Fälle.
Der erste wird sich in sechs Wochen kaum bewegen. Beim zweiten kann Aydin von null auf 36 kommen.
Das ist die eigentliche Entscheidung, die wir treffen mussten.
Und die betrifft nicht nur Leute, die sechs Wochen vor dem Examen stehen. Deshalb muss jede Lernaktivität eine ziemlich einfache Frage beantworten:
Was bringt mir das gerade fürs Examen?
Die Antwort „Stand heute aufm Lernplan“ kannst du dir sparen.
Ob Aydin besteht, weiß ich nicht. Was anderes zu behaupten, wäre unseriös.
Aber ich weiß, was nach sechs Wochen auf dem Papier stehen wird: 24 strukturierte Fallanalysen und zwölf vollständig ausgeschriebene Probeklausuren.
Immerhin ein klarer Plan.
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