JNG #363: 🤔 Und dann wurde es still.

Ich habe noch nie jemanden getroffen, der im Examen durchgefallen ist, weil er zu wenige Lernpläne hatte.

🕒 Lesezeit: 3 Minuten

Ich erinnere mich gut an die zahlreichen Erstgespräche, die ich geführt habe, als ich das Repetitorium noch hatte.

Alle konnten sie mir sagen, wie viele Stunden sie pro Woche lernen.

Wie viele Seiten sie gelesen haben.

Wie viele Karteikarten sie erstellt haben.

Wie viele Lernvideos sie geguckt haben.

Wie viele Skripte sie bereits durchgearbeitet haben.

Ich habe dann immer gefragt: „Was davon hat deine Klausurergebnisse in den letzten drei Monaten verbessert?“

Stille.

Irgendwo inmitten dieser Stille liegt ein Denkfehler, der dich unfassbar viel Zeit kostet:

Du verwechselst Aktivität mit Hebelwirkung.

Die meisten Dinge, die du machst, produzieren nur scheinbar Ergebnisse.

  • Vorlesung besucht
  • Karteikarten erstellt
  • Lehrbuchkapitel gelesen
  • Skript zusammengefasst

Fühlt sich alles produktiv an.

Das Problem ist, dass nichts davon messbar auf dein Ziel „Examen bestehen“ einzahlt. 

Es spielt keine Rolle, wie viele Stunden du gelernt hast. Kannst du dir im Examen nichts für kaufen.

Wie gut kannst du einen unbekannten Fall lösen?

All die auswendig gelernten Definitionen sind dann auf einmal schrecklich wenig wert.

Erkennst du das Problem und kannst du überzeugend argumentieren?

Ist ja toll, dass du 17 Ordner von Alpmann mit Übersichten zu jedem Scheiß hast. 

Helfen die dir denn, am Ende die Leistung aufs Papier zu bringen, die du zum Bestehen brauchst?

Aktivität ist so einfach zu messen.

Eine gelesene Seite kann man zählen.
Eine Lernstunde.
Ein erledigter Punkt auf der To-do-Liste fühlt sich gut an.

Hebelwirkung zu messen, ist dagegen unangenehm, weil dich das zu Fragen zwingt wie:

  • Hat sich meine Klausurleistung eigentlich merklich verbessert?
  • Mache ich weniger (Rechts-) Fehler als vor drei Monaten?
  • Komme ich mit unbekannten Problemen besser zurecht?

Diese Fragen tun auch deshalb so weh, weil die Antwort möglicherweise „nein“ lautet.

Was machen also die meisten?

  • mehr lesen
  • besser organisieren
  • weiteres Wissen anhäufen

Menschlich – vermittelt nämlich das Gefühl, die Situation zumindest ein bisschen besser im Griff zu haben.

Aktivität erzeugt sofort sichtbare Beweise dafür, dass du nicht faul bist.

Du kannst monatelang unglaublich fleißig sein, ohne dich zu fragen, ob es ernstzunehmende Hinweise darauf gibt, dass du überhaupt auf dem richtigen Weg bist.

Du kannst die Wirksamkeit deiner Vorbereitung nicht anhand deiner „Aktivitätsrate“ bewerten; du brauchst eine andere Betrachtungsweise.

Stell dir vor, du müsstest jede einzelne Lernaktivität rechtfertigen – und zwar ausschließlich mit dem Argument, dass sie nachweislich zu besseren Klausurergebnissen führt.

Wie viele Dinge von deinem aktuellen Lernplan würden diese Prüfung bestehen?

Es juckt mich nicht, was du letzte Woche gemacht hast. Wann hast du das letzte Mal einen Fall bearbeitet oder eine Klausur geschrieben und dabei sagen können: „Ach, DAFÜR hab’ ich das letztens gemacht!“?

Wenn dir darauf nichts einfällt, hast du ein Problem.

PS: Wenn du beim Lesen gemerkt hast, dass du gerade sehr aktiv bist, aber gar nicht sagen kannst, ob die richtigen Dinge dabei sind, könnte die Flatrate interessant für dich sein.

Die Idee dahinter ist simpel: unbegrenzte persönliche Betreuung bis zum Tag deiner ersten Examensklausur.

Im Infogespräch schauen wir, ob das Modell zu deiner Situation passt, und ich erkläre dir, wie es konkret funktioniert.

endlich-jura.de/flat



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